Begegnungen mit Respekt und Toleranz

Flüchtlingsverein Bad Vilbel - Gärtnern mit Sabine von Trotha

Miteinander ins Gespräch kommen, Deutsch lernen und praktisch anwenden, im Garten arbeiten, viel über Bienen und das Imkern erfahren – dies alles und noch mehr können Flüchtlinge aus vielen Ländern im Bienengrund bei Sabine von Trotha (l.). © Christine Fauerbach

Der offene Sprachtreff verbindet Menschen aus 14 Nationen. Gemeinsam gärtnern sie im Bienengrund und üben dabei die deutsche Sprache.

Das Erlernen der deutschen Sprache und, falls erforderlich, auch der lateinischen Schrift sind unabdingbar für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden. An zwei Deutschsprachkursen, die der Verein „Flüchtlingshilfe – Willkommen in Bad Vilbel“ angeboten hat, nahmen zahlreiche Frauen und Männer teil.

Vom Erfolg beflügelt, wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Erlernte auch in der Praxis anwenden. Das war die Geburtsstunde des offenen und für die Teilnehmer kostenfreien Sprachtreffs mit Sabine von Trotha im Bienengrund.

Bei dem offenen Sprachtreff handelt es sich um eine Kooperation mit dem Bienenzuchtverein. Der ehemaligen Förderschullehrerin der Brunnenschule und studierten Sprachheilpädagogin, die zugleich Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Bad Vilbel und Umgebung ist, liegt der offene Sprachtreff sehr am Herzen. „Bei unseren Treffen wird erzählt, gemeinsam gegessen – auf der Karte stehen internationale Gerichte –, sich gegenseitig unterstützt und gegärtnert.“

So können die Besucherinnen und Besucher in ungezwungener Atmosphäre die erlernte Sprache in der Praxis anwenden und üben. Und sie kommen mit anderen der derzeit 366 Geflüchteten, von denen 295 eine Anerkennung haben, ins Gespräch. Die Flüchtlinge und Asylsuchenden in Bad Vilbel kommen aus über 14 Nationen.

An diesem Mittwoch trifft sich im Bienengrund eine bunt gemischte Gruppe zum generationsübergreifenden Austausch, Essen und Gärtnern. „Der Bienengarten wurde wesentlich von Geflüchteten angelegt. Hier gärtnern Menschen aus der Ukraine, aus Somalia, aus dem Irak, Syrien und Ägypten zusammen mit Bürgern aus der Quellenstadt und Umgebung.“

Schnell zeigt sich, dass die Themen Natur und Imkern viele Menschen aus allen Nationen verbinden. Die bunte florale Artenvielfalt auf dem Grundstück wird nicht nur von den Honigbienenvölkern des Vereins geschätzt, sondern auch von vielen Teilnehmern. „Vor allem Ukrainer kennen und lieben unsere Natur und sind begeisterte Gärtner“, sagt die 65-jährige Pädagogin.

Zu den Zielen des offenen Sprachtreffs gehört es, die Geflüchteten aus den 14 über die Stadt verteilten Gemeinschaftsunterkünften zu holen und sie mit anderen zusammenzubringen. „Der Bienengrund hat sich zu einem inklusiven Ort weiterentwickelt, an dem sich die Menschen mit Respekt, Toleranz und Unterschiedlichkeit begegnen“, freut sich Sabine von Trotha.

Die Hobbygärtner rücken mit Spaten, Schaufeln und vor allem Muskelkraft Wildwuchs zu Leibe, zupfen Unerwünschtes aus der Wiese heraus und graben Teilflächen um. „Hier wollen wir bienenfreundliche Kräuter anpflanzen, die den fleißigen Honigbienen, aber auch Hummeln und anderen Insekten, nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Sommer den Tisch reichlich decken.“ Dazu gehören Kräuter wie der echte Salbei, der Schopfsalbei und der Muskatellersalbei, Thymian, Borretsch, Ysop, auch bekannt als Bienenkraut, Zitronenmelisse, Rosmarin, Bergbohnenkraut, Oregano, Liebstöckel, auch bekannt als Maggikraut, Pfefferminze, grüne Minze und Katzenminze. Bei Blumen gehören zu den Nektarlieferanten Sorten wie Schafgarbe, ungefüllte Dahlien, die Karpaten-Glockenblume, Verbene (Eisenkraut), Löwenmäulchen, die weiße Fetthenne, Lavendel, Wandelröschen, Fächerblume und Blaukissen.

Artikel veröffentlicht in der Wetterauer Zeitung und Frankfurter Neuen Presse
Geschrieben von Christine Fauerbach

Posted in Aus dem Verein

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