
Ein Vormittag voller Kreativität, Tüftelei und Teamgeist: Bei einem MINT-Erlebnisworkshop von Techeroes konnten ukrainische Jugendliche in Bad Vilbel spielerisch in die Welt von Künstlicher Intelligenz, Coding und Robotik eintauchen. Das Angebot war Teil einer Ferienwoche, organisiert vom Partnerschaftsverein Ukraine – Bad Vilbel e.V., bei der jungen Menschen aus Hostomel, der Partnerstadt in der Nähe von Kiew, einmal eine Auszeit vom Kriegsgeschehen in ihrer Heimat geboten wurde.
Was passiert, wenn Jugendliche einen Vormittag lang nicht nur vor einem Computer sitzen, sondern selbst ausprobieren, gestalten, programmieren, bauen und gemeinsam nach Lösungen suchen können? Bei einem besonderen Ferienangebot von Techeroes in Dortelweil wurde genau das erlebbar. Den dortigen Tag hatte der Flüchtlingshilfeverein gebucht. Eine Gruppe ukrainischer Jugendlicher erhielt so die Gelegenheit, sich in einem halbtägigen MINT-Erlebnisworkshop mit Zukunftstechnologien auseinanderzusetzen – spielerisch, kreativ und ganz ohne Leistungsdruck.
Schon nach kurzer Zeit war zu spüren: Hier ging es nicht darum, fertige Lösungen vorgesetzt zu bekommen. Vielmehr waren Neugier und eigene Ideen gefragt. Die Jugendlichen konnten diverse digitale Programme ausprobieren, mit denen sich beispielsweise am Computer Bilder gestalten und kreative Ideen umsetzen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Coding und Robotik mit LEGO Education. Mit Hilfe der entsprechenden Programmierumgebung stellten sich die jungen Workshop-Teilnehmer unterschiedlichen kleinen Bau- und Programmieraufgaben. Sie entwickelten einfache Modelle aus LEGO-Bausteinen und versahen diese mit elektronischen Funktionen. Dabei wurde unmittelbar erfahrbar, wie aus einer Idee Schritt für Schritt ein funktionierendes technisches System entstehen kann. Die Jugendlichen unterstützten sich gegenseitig, tauschten Ideen aus und suchten gemeinsam nach Lösungen.
Gemeinsam lernen – auch ohne gemeinsame Sprache
Obwohl sprachliche Unterschiede vorhanden waren, erwiesen sie sich im Workshop nicht als Hindernis. Wo Worte fehlten, halfen Gesten, gemeinsames Ausprobieren, Vormachen und Nachmachen. Technik wurde so zu einer gemeinsamen Sprache. Die Gruppe der ukrainischen Jungen und Mädchen gingen offen und neugierig an die Aufgaben heran. Einer zeigte dem anderen, wie etwas funktioniert, gemeinsam wurde überlegt und ausprobiert. Gerade bei den praktischen Aufgaben stand nicht die individuelle Leistung im Vordergrund, sondern das gemeinsame Erlebnis.
„Bei zukunftsorientierter Bildung geht es aus unserer Sicht nicht allein darum, Jugendlichen technische Kenntnisse zu vermitteln. Entscheidend ist, dass sie erleben: Ich kann selbst etwas gestalten, ich kann Probleme lösen und ich kann gemeinsam mit anderen etwas entwickeln“, lautet die Einschätzung von Rinku Sharma „Gerade spielerische Zugänge schaffen dabei einen Raum, in dem Neugier und Kreativität wichtiger sind als die Angst, etwas falsch zu machen.“
Kreativität trifft auf Künstliche Intelligenz
Besonders spannend wurde es zum Abschluss noch einmal beim Thema Künstliche Intelligenz. Die Jugendlichen konnten erleben, wie KI nicht nur Informationen liefern, sondern auch bei kreativen Prozessen eingesetzt werden kann. Gemeinsam entstand die Idee, die Erlebnisse und Eindrücke ihrer Freizeitwoche in Bad Vilbel musikalisch festzuhalten. Mit Unterstützung künstlicher Intelligenz wurde daraus schließlich ein eigener Song im Rap-Stil. Aus persönlichen Erlebnissen wurde so ein gemeinsames kreatives Ergebnis – und ein musikalisches Andenken an die Zeit in Bad Vilbel. Gerade dieser Abschluss zeigte, wie unterschiedliche Bereiche des Workshops ineinandergreifen können: Kreativität, digitale Werkzeuge, Sprache, Musik und Künstliche Intelligenz wurden miteinander verbunden. Die Jugendlichen waren dabei nicht nur Zuschauer, sondern gestalteten das Ergebnis aktiv mit. Der KI erzeugte Rapsong wird auf alle Fälle seinen Weg nach Hostomel, der Partnerschaftstadt in der Nähe von Kiew in der Ukraine finden. Es ist von den Jugendlichen geplant mit der Musik ihre Präsentation über die Ferienwoche in Bad Vilbel als Hintergrundmusik zu untermalen.
Zukunftsbildung braucht Neugier und Begegnung
Der Gruppe sollte ein besonderes Erlebnis ermöglich werden und mit dem halbtägigen MINT-Workshop fügte sich das Angebot in eine runde Aktionswoche gut ein.
„Wir möchten jungen Menschen nicht nur helfen, im Hier und Jetzt anzukommen, sondern ihnen auch Perspektiven für die Zukunft eröffnen“, erklärt Myriam Gellner, Vorstandsmitglied des Flüchtlingshilfevereins, die das Arrangement angeregt und betreut hat. „Deshalb finden wir Angebote besonders wertvoll, die Bildung, Begegnung und gemeinsames Erleben miteinander verbinden. Wenn Jugendliche dabei spielerisch mit Technologien in Kontakt kommen, eigene Ideen entwickeln und merken, was sie gemeinsam erreichen können, ist das eine Investition in Selbstvertrauen und Zukunftschancen.“
Ein Vormittag, der verbindet
Was am Ende bleibt, ist mehr als die Erinnerung an einen Vormittag mit Computern und LEGO-Bausteinen. Die Jugendlichen haben digitale Werkzeuge kennengelernt, technische Modelle gebaut, erste Programmiererfahrungen gesammelt, mit Künstlicher Intelligenz experimentiert und gemeinsam einen eigenen Song entwickelt.
Der MINT-Erlebnisworkshop von Techeroes verband damit genau das, was moderne Bildungsangebote leisten können: Kreativität fördern, digitales Denken anregen, technische Zusammenhänge begreifbar machen und gleichzeitig Gemeinschaft erleben lassen.
Für die ukrainischen Jugendlichen war es ein abwechslungsreiches Ferienerlebnis und kann für den Verein als ein gelungenes Beispiel dafür gelten wie niedrigschwellige Zukunftsbildung und soziale Teilhabe miteinander verbunden werden können.

