Fahr Rad, Mensch: Kursangebot für Flüchtlingsfrauen

Speziell für Flüchtlingsfrauen organisiert der Verein für Flüchtlingshilfe in Bad Vilbel die Teilnahme an einem Fahrradkurs für Erwachsene, der am Montag, 8. August, beginnt.

Früher war die Welt noch klein und beschaulich. Der Alltag spielte sich zwischen Dorf und Acker ab, zur Schule gingen Kinder bis zu zwei Stunden Fahrräder schaffen Unabhängigkeitlang zu Fuß, weitere Reisen waren bestenfalls ein Abenteuer. Heute dagegen ist es selbstverständlich, zur Arbeit weite Strecken zu pendeln und tausende Kilometer weit in den Urlaub fliegen zu können. Und auch in der direkten Umgebung bewegen die Menschen sich frei.

„Mobil zu sein gehört für viele zum Normalsten der Welt“, erläutert Pfarrer Ingo Schütz von der Ev. Christuskirchengemeinde den Hintergrund eines neuen Projektes. Er leitet das Handlungsfeld „Fahrräder“ im Rahmen des Vereins für Flüchtlingshilfe in Bad Vilbel. „Aber nicht für alle ist das Normale auch möglich. Besonders Frauen, die von weit her nach Deutschland gekommen Fahrräder schaffen Unabhängigkeitsind, durften in ihren Herkunftsländern oft nicht Fahrrad fahren, geschweige denn ein Auto steuern oder alleine reisen. Von selbstbestimmter Mobilität waren sie also ausgeschlossen.“ Diesem Mangel soll nun abgeholfen werden.

Auf Initiative der engagierten „Fahrradmenschen“ vom Verein für Flüchtlingshilfe in Bad Vilbel sind Flüchtlingsfrauen eingeladen, an einem speziellen Radfahr-Kurs für Erwachsene teilzunehmen, den der ADFC in Frankfurt-Bonames veranstaltet. Dort gibt es auf dem Alten Flugplatz ideale Möglichkeiten, das Radfahren in Ruhe zu lernen. Auch Übungsgeräte können dort während des zwei Wochen dauernden Kurses gelagert werden.

Neun Frauen haben sich für das Projekt interessiert und sind nun angemeldet, um ab dem 8. August jeden Tag gut zwei Stunden lang das Radfahren zu erlernen. Sicherlich wird es dabei nicht immer ganz wackelfrei zugehen, aber am Ende steht in Aussicht, dass die Teilnehmerinnen sicher auf zwei Rädern unterwegs sind und sich so ihre neue Heimat in Deutschland eigenständig und frei erschließen.

Finanziert wird das Projekt durch den Zonta-Club, einen Zusammenschluss Bad Vilbeler Unternehmerinnen. Ohne ihre großzügige Unterstützung wäre das Angebot eines Radfahr-Kurses für Flüchtlingsfrauen nicht möglich gewesen. Wer die Arbeit im Handlungsfeld „Fahrräder“ weiter unterstützen möchte, kann sich gerne an den Verein wenden unter E-Mail: fahrraeder@fhbv.de.

 

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