Quelle: fnp – 22.03.2017 Thomas Kopp
Bad Vilbel. Wenn anerkannte Flüchtlinge ihre Familien nachholen dürfen, stehen Schulen vor Problemen. Denn an ihnen liegt es nun, auch die Kinder auf ihr künftiges Leben in Deutschland vorzubereiten. Kein einfacher Job, doch in Bad Vilbel gibt es Hilfe.
Die neunjährige Iman ist ein fröhliches Kind. Erst seit 8. Februar darf sie ihren Papa Jalal Fakhrou wieder in die Arme schließen. Der musste nach seiner Flucht aus Syrien knapp anderthalb Jahre warten, bis er seine Frau Alaa Algajban, Iman und eine weitere Tochter (18 Monate) zu sich holen durfte.
Seit gut einer Woche nun geht Iman in die Schule. Sie sitzt in der Intensivklasse, soll schnell deutsch lernen. Dazu gibt es moderne Hilfsmittel: Mit einem elektronischen Stift drückt sie auf ein Bild. Eine Stimme sagt „T – der Tiger“. Fröhlich wiederholt sie das Gehörte, wird von Lehrerin Dorothea Reinig-Stender für ihren Fleiß gelobt.
In Intensivkursen
Doch nicht alles läuft so gut. Als Iman in die Bad Vilbeler Saalburgschule kam, hatte sie keinerlei Ausstattung. Schon öfter hat Rektorin Evelyn Neumann dann bei Silke Zuschlag im Kleiderladen des Deutschen Roten Kreuzes angerufen. „Wir helfen gerne und so oft wir können“, sagt Zuschlag. Es sei jetzt das sechste Kind, das eine komplette Ausstattung bekomme. Dazu gehören nicht nur der Ranzen, ein vollausgestattetes Mäppchen, Hefte und Blöcke, sondern auch Turnschuhe, eine Sporthose. Anderen Flüchtlingskindern habe sie mit einzelnen Bedarfsmitteln wie Turnschuhen aushelfen können. Nicht nur Schulen, auch die Stadt frage öfter bei ihr an.




Seit Mitte Februar unterstützt Natascha Reinhold den Verein als Sozialarbeiterin. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf den Themenbereichen „Arbeit und Ausbildung“ sowie „Wohnungsvermittlung“, zwei wesentliche Stützpfeiler auf dem Weg zu einer erfolgreichen Integration von Flüchtlingen.