Wenn Ehrenamtliche alleine gelassen werden

Die tägliche Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer  in der Flüchtlingsarbeit bringt diese oft an körperliche und geistige Belastungsgrenzen. Bei der Betreuung der Flüchtlinge und dem Kontakt zu öffentlichen Stellen und Einrichtungen gilt es oft Hürden zu überwinden. Auch ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingshilfe Bad Vilbel kamen in den vergangenen Monaten immer wieder in Situationen, in denen sie persönlich und auch der Verein sich insgesamt schmerzlich vor Grenzen gestellt sahen, wenn es darum ging konkrete und dringend benötigte Hilfestellungen für Asylsuchende vor Ort leisten zu können.

Unserem Verein ist es ein großes Anliegen die Zusammenarbeit mit Betreuern und öffentlichen Stellen konstruktiv zu gestalten. Deshalb sucht man nun pro-aktiv das Gespräch mit Vertretern der Stadt Bad Vilbel, Behörden und sozialen Einrichtungen, um sich darüber auszutauschen, was und wie aus den Vereinserfahrungen der letzten Monate mit Blick auf den aktuellen Status quo der Flüchtlingsarbeit in Bad Vilbel dringend verbessert werden muss. Hierzu findet am 29.08.2016 ein interner Diskussionsabend statt. Über die Ergebnisse berichten wir zu gegebener Zeit.

 

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Starting a career: New perspectives for refugees

How can I begin a career in Germany? Which professions are available? And how can I take part in vocational training? For many refugees, these are important questions.  Answers to these questions are provided by a joint program provided by the Vocational Training Centre (Berufsbildungswerk or bbw) Südhessen along with the Refugee Aid in Karben, in which ten refugees from Bad Vilbel can currently participate.

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Since February 2016, the project has given ten participants professional orientation and qualification, in order to prepare them for a vocation training course or insurable employment. The second round of the program will begin on 15 September, for which we are looking for participants from Bad Vilbel and southern Wetterau.

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Informationsstand auf dem Niddaplatz

Am 13.08. hatten sich einige Ehrenamtler auf dem Niddaplatz zwischen 09.00 und 13.00 Uhr mit Informationsmaterial und Erfahrungsberichten bestückt, um das Gespräch mit Interessierten zu suchen. Neben unserem Flyer, auf dem die verschiedenen Säulen des Engagements ersichtlich sind, konnten Infomationsbroschüren, die für Flüchtlinge als erste Orientierungshilfe dienen, eingesehen werden.

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Ziel dieser Aktion war in erster Linie nicht die Anwerbung von neuen Vereinsmitglieder, sondern das Werben und Sensibilisieren für die Arbeit, die von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern geleistet wird. Ein Engagement für die in Bad Vilbel ansässigen Flüchtlinge, z.B. als Hauspate, ist grundsätzlich auch ohne eine Mitgliedschaft im Flüchtlingshilfeverein möglich. „Schön ist natürlich, wenn unsere Helferinnen und Helfer Ihre Verbundenheit auch durch eine Mitgliedschaft signalisieren“, berichtet Susanne Förster, die 2. Vorsitzende des Vereins.

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Verkehrsschulung für Flüchtlinge

Am 10. August fand eine Verkehrsschulung für Flüchtlinge statt. Eine Nachbetrachtung.

Zebrastreifen – gibt’s doch gar nicht!

Natürlich sind sie alle mit dem Fahrrad gekommen. Rund zehn junge Männer, mehrheitlich aus Afghanistan, sind schon eine halbe Stunde vor Beginn der Schulung im Freizeit-Zentrum in Bad Vilbel und warten darauf, die Verkehrsregeln in Deutschland genauer kennenzulernen. Sie alle sind hoch motiviert und freuen sich auf den Unterrichtstag. Organisiert wurde er vom Verein für Flüchtlingshilfe in Bad Vilbel zusammen mit dem ADFC unter der Leitung von Dr. Ute Gräber-Seißinger und der Verkehrswacht Wetterau.

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Bei der theoretischen Einheit, in der Heinz Euler von der Verkehrswacht über Verkehrszeichen und -regeln referiert, wird schnell deutlich: Es ist gar nicht so einfach, im deutschen Schilderwald den Überblick zu behalten. Die Kursteilnehmer nehmen alle Infos interessiert auf, es gibt aber auch Gelächter. Zum Beispiel bei dem Schild mit dem Namen „Fußgängerüberweg“. Landläufig wird er wegen des Musters „Zebrastreifen“ genannt – für die Flüchtlinge ist das eine witzige Assoziation. Auf die Rückfrage, wie man das in ihrer Heimat nennen würde, kommt Achselzucken: „So etwas gibt es bei uns nicht!“

Auch Heinz Euler kann das bestätigen. Von seinen weltweiten Reisen berichtet er, dass die einfachsten Regeln überall anders sind. Während in Deutschland an einer Kreuzung ohne Beschilderung stets „Rechts vor Links“ gilt, darf in den USA derjenige zuerst fahren, der zuerst an der Kreuzung angekommen ist. Und von einem Eritreer weiß er zu berichten, dass der in der Heimat zwar schon mal ein Stoppschild gesehen hätte – allerdings eines, das mehrfach durchschossen war. „In vielen Ländern der Welt gibt es größere Sorgen als die, den Verkehr ordentlich zu regeln“, erläutert er den Umstand, dass es in den Heimatländern der Flüchtlinge oft gar keine Regeln gibt und jeder fährt, wie er will.

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Fahrradkurs speziell für Frauen

Können Frauen Fahrrad fahren?

Ob Frauen Fahrrad fahren können – diese Frage erscheint auf den ersten Blick absurd. Warum sollten sie es nicht können? Denkt man weiter darüber nach, wird aber klar: Gerade Frauen, die aus anderen Weltgegenden nach Deutschland gekommen sind, ist das Fahrradfahren fremd. Viele durften es in ihren Kulturen als Mädchen nicht lernen. Und so haben sie auch nach ihrer Flucht nach Europa nicht die nötige Voraussetzung, sich eigenständig und frei in einem größeren Radius zu bewegen.

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Aus dieser Beobachtung heraus erwuchs bei den ehrenamtlich Engagierten im Bad Vilbeler Verein für Flüchtlingshilfe der Plan, einen Fahrrad-Kurs speziell für Flüchtlingsfrauen anzubieten. Möglich wurde das durch den Zonta-Club, in dem sich Unternehmerinnen aus Bad Vilbel zusammengeschlossen haben, um Projekte für Mädchen und Frauen zu unterstützen. Der Club finanziert die Teilnahme von acht Damen, die nun in einem Kurs des ADFC das Radeln lernen. Der Kurs hat am 8. August begonnen und dauert zwei Wochen.

Täglich treffen sich die Frauen – junge Erwachsene, aber auch eine Großmutter ist dabei – auf dem Alten Flugplatz Bonames. Hier hat die Kursleiterin Christine Rhodes die Übungsgeräte gelagert, hier können die Frauen auf freien Plätzen abseits von Verkehr und neugierigen Blicken in Ruhe üben. „Wichtig ist, dass man sich nicht schämt, auch im fortgeschrittenen Alter noch etwas lernen zu müssen“, beschreibt sie die Grundlage ihrer Kurse. Nach ein paar einführenden Worten übergibt sie je zwei Frauen einen großen Roller, auf dem zunächst ein paar Gleichgewichtsübungen durchgeführt werden. Und es dauert auch gar nicht lange, bis die Damen mit den Rollern mehr oder weniger souverän einen kleinen Parcours abfahren, den Frau Rhodes für sie vorbereitet hat.

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